Gartenbahn-Wissen · Spur G · 45 mm

Große Bahn.
Kleine Spur.

Der verständliche Einstieg in LGB, Spur G und IIm – mit Epochen, Western- und US-Themen, echten Vorbildern und Ideen für die eigene Gleisanlage.

Modellspur
45 mm
Klassischer Maßstab
1:22,5
System
Spur G / IIm
LGB Modellzug auf einer begrünten Gartenbahnanlage
LGB-Zug auf einer Gartenbahnanlage · Foto: Tammy Green, CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons
01 — Grundlagen

LGB, Spur G und IIm:
drei Begriffe, ein Gleis

LGB steht historisch für Lehmann-Groß-Bahn. Das System fährt auf 45 Millimeter breitem Gleis. Für meterspurige Vorbilder im Maßstab 1:22,5 lautet die normgerechte Bezeichnung Spur IIm.

„Spur G“ ist ein praktischer Sammelbegriff. Auf demselben Gleis fahren Modelle unterschiedlicher Maßstäbe und Vorbildspurweiten. Für stimmige Züge zählen deshalb auch Fahrzeuggröße, Kupplungen, Epoche und Bahngesellschaft. Wagenklassen-Beschriftungen in 1:22,5 helfen bei der Einordnung.

Grundlage: MOROP NEM 010

Der LGB-Standard45 mm

Modellspurweite für Spur G; bei 1:22,5 normgerecht als IIm für meterspurige Vorbilder.

Vorbild 1.000 mm÷ 22,5 = 44,4 mm

Passt nahezu exakt zum 45-mm-Systemgleis: Spur IIm.

Vorbild 750 mm÷ 22,5 = 33,3 mm

Normgerecht wäre IIe auf 32 mm. LGB setzt viele sächsische Vorbilder systembedingt auf 45 mm.

WichtigG ist kein einzelner Maßstab

Die gemeinsame Spurweite garantiert Fahrbarkeit, aber nicht gleiche Proportionen.

02 — Modellbahn-Epochen

Sechs Epochen.
Sechs sichtbare Welten.

Eine Epoche ordnet Fahrzeuge, Beschriftungen, Signale und Gebäude zeitlich ein. Die Grenzen sind laut MOROP fließend; die Jahreszahlen für Deutschland überschneiden sich teilweise.

Quelle: MOROP NEM 806 D

EpocheI

1835–1920

Länderbahnen

Regionale Staats- und Privatbahnen, farbige Dampfloks und individuelle Anschriften. Ein frühes sächsisches Bahnhofsthema passt hier besonders gut.

K. Sächsische Staatsbahn
EpocheII

1920–1945

Reichsbahnzeit

Die Deutsche Reichsbahn vereinheitlicht Fahrzeuge und Kennzeichnungen. Bauarten werden geordnet, das Erscheinungsbild zunehmend standardisiert.

Reichsbahn ab 1920
EpocheIII

1945–1970

Wiederaufbau

Dampf bleibt wichtig, Diesel und E-Traktion gewinnen an Boden. DB und DR entwickeln getrennte Erscheinungsbilder – ideal für klassische Bahnhofsszenen.

Bahnhofsschilder Epoche III
EpocheIV

1965–1990

Neue Nummern

Computerlesbare Fahrzeugnummern und neue Farbschemata prägen das Bild. Bei der DR gehören Mitropa und typische DDR-Bahnhöfe dazu.

DR/DDR-Bahnhof Epoche IV
EpocheV

1985–2006

Bahnreform

Modernisierung, Produktfarben und ab 1994 die Deutsche Bahn AG verändern das Erscheinungsbild. Museumsbahnen bewahren ältere Fahrzeuge.

Bundesbahn-Beschriftungen
EpocheVI

ab 2007

Gegenwart

Moderne Betreiber, Werbeloks und Museumsverkehr existieren nebeneinander. Historische Züge lassen sich glaubwürdig als Touristikverkehr zeigen.

HSB-Beschriftungen
Einfacher Einstieg:Erst Zeit und Region wählen, dann Fahrzeuge, Schilder, Werbung und Straßenfahrzeuge darauf abstimmen.Beschriftungen für Epoche III/IV
03 — Western & amerikanische Railroad

Von der Minenbahn
bis Santa Fe.

Amerikanische Gartenbahnen sind keine einzelne „Epoche“. Eine Westernszene kann die Pionier- und Goldgräberzeit des späten 19. Jahrhunderts zeigen, während Santa-Fe-Züge für die große normalspurige Fernbahn des 20. Jahrhunderts stehen.

Die Denver & Rio Grande wählte für Gebirgsstrecken eine Spurweite von drei Fuß (914 mm), weil enge Canyons und steile Pässe den Normalspurbau verteuerten. Solche Rocky-Mountain-Bahnen passen hervorragend zu Spur G.

Quelle: National Park Service

04 — Sächsische Vorbilder

Drei Bahnen,
drei Anlagenideen.

Alle drei Vorbilder fahren auf 750 Millimeter Spurweite – und zeigen doch unterschiedliche Landschaften und Betriebsabläufe.

01

Von Cranzahl aufs Dach Sachsens

Fichtelbergbahn

17,35 km750 mm238 m Höhenunterschied

Die 1897 eröffnete Strecke führt in neun Stationen von Cranzahl nach Kurort Oberwiesenthal. Ihr markantestes Bauwerk ist das 110 Meter lange und 23 Meter hohe Hüttenbachviadukt. Mit 893 Metern liegt der Bahnhof Oberwiesenthal besonders hoch – ein reizvolles Vorbild für steile, waldreiche Szenen.

Zwei Dampfzüge der Fichtelbergbahn bei einer Zugkreuzung
Foto: Jan Suchy, gemeinfrei · Wikimedia Commons
02

Der „Wilde Robert“ im mittelsächsischen Hügelland

Döllnitzbahn

20 km750 mmmax. 30 km/h

Zwischen Oschatz, Mügeln und Glossen/Kemmlitz liegt ein 20 Kilometer langes Reststück des einst weit größeren Mügelner Netzes. Die Betreiberangaben nennen neun Bahnhöfe, acht Haltepunkte und zehn Brücken. Typisch sind die sächsischen IV-K-Loks.

Sächsische IV K mit Zug der Döllnitzbahn
Foto: Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
03

Der „Lößnitzdackel“ zwischen Radebeul und Radeburg

Lößnitzgrundbahn

16,55 km750 mm11 Stationen

Seit 1884 verbindet die Bahn Radebeul Ost, Moritzburg und Radeburg. Ein Blickfang ist der 210 Meter lange Damm durch den Dippelsdorfer Teich. Das Vorbild verbindet Weinberge, Wald und Teichlandschaft.

Dampflokomotive der Lößnitzgrundbahn in Moritzburg
Foto: Michael Gäbler, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
05 — Gleisanlagen planen

Der Gleisplan folgt
dem Betrieb.

Soll ein Zug entspannt kreisen, sollen zwei Bahnhöfe verbunden oder vor allem Wagen rangiert werden?

LGB-Gartenbahnanlage mit Triebwagen, Weiche und Bahnhofsszene
Foto: Leif Jørgensen, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
01

Rundkurs

Dauerbetrieb; mit Ausweichgleis und verdecktem Abschnitt wirkt er weniger wie ein Oval.

02

Hundeknochen

Zwei Wendeschleifen erzeugen optisch Verkehr zwischen zwei Orten.

03

Punkt zu Punkt

Zwei Endbahnhöfe bieten Fahrplan- und Rangierbetrieb – ideal für Minen- und Nebenbahnen.

04

Modular erweitern

Zuerst die Hauptstrecke; Abstellgleise und Anschlüsse folgen später.

06 — Praxiswissen

Eine Gartenbahn beginnt nicht mit dem Zug.

Sie beginnt mit einer verlässlichen Trasse.

01

Großzügige Radien

Die NEM-Moduldokumentation nennt für IIm 1.175 mm als kleinsten Radius. Mehr Radius sieht meist besser aus und schont Kupplungen.

02

Sanfte Steigungen

Lange, gleichmäßige Rampen sind besser als kurze Steilstücke. Übergänge weich ausrunden.

03

Entwässerung

Ein tragfähiger, wasserdurchlässiger Unterbau schützt vor stehender Nässe, Wurzeldruck und Frostbewegung.

04

Lichtraum testen

Die NEM 104 nennt für IIm 146 mm Grundbreite und 178 mm Höhe. In Bögen muss das Profil erweitert werden.

Grundlagen: MOROP NEM 981 D · MOROP NEM 104

07 — Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur LGB Gartenbahn

Welche Spurweite hat eine LGB Gartenbahn?

LGB fährt auf 45 Millimeter Modellspurweite. Für meterspurige Vorbilder entspricht das in 1:22,5 der normgerechten Spur IIm.

Ist Spur G immer exakt der Maßstab 1:22,5?

Nein. Spur G ist ein Sammelbegriff für Groß- und Gartenbahnen auf 45-mm-Gleis. Je nach Vorbild kommen unterschiedliche Maßstäbe vor.

Muss eine Gartenbahn streng in einer Epoche bleiben?

Nein. Eine klare Epoche wirkt besonders stimmig. Wer gern mischt, kann die Anlage zeitneutral gestalten oder einen heutigen Museumsbahnbetrieb darstellen.

Sind Westernbahn und Santa Fe dasselbe?

Nein. Westernanlagen greifen oft schmalspurige Minen- und Gebirgsbahnen auf. Santa Fe war eine große normalspurige US-Bahngesellschaft.

Quellen & Weiterlesen

Fundiert statt nur
schön anzusehen.

Vom Vorbild zum Modell

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